Das Mikroskop

Geschichte des Mikroskops [2]

Schon der antike Philosoph Seneca (1-65 n. Chr.) erkannte, dass sich Buchstaben unter Wassertropfen größer erkennen lassen. Alhazen (965-1040), ein muslimischer Mathematiker und Astronom, beschrieb die vergrößernde Wirkung von gewölbten Gläsern. Solche Gläser entsprechen den klassischen Linsen. Ende des 16. Jahrhunderts kombinierte der Niederländer Zacharias Janssen (1588-1631) mehrere solcher Linsen, was zu einer deutlich stärkeren Vergrößerung führte. Auch Galileo Galilei (1564-1642) erkannte diesen Effekt und baute ungefähr zur selben Zeit ein eigenes „Mikroskop“.

Der englische Universalgelehrte Robert Hooke (1635-1703) entwickelte ein Mikroskop, das bereits eine 50-fache Vergrößerung erreichte. Das Mikroskop des niederländischen Naturforschers Antoni van Leeuwenhoek (1632-1723) hatte schließlich eine Vergrößerung bis um das 270-fache.

Mikroskop von Robert Hooke. (Robert Hooke, Hooke-microscope, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons)
Mikroskop von van Leeuwenhoek. (Jeroen Rouwkema, Leeuwenhoek Microscope, CC BY-SA 3.0)

Die modernen Lichtmikroskope erreichen eine maximal eine 2000-fache Vergrößerung. Eine weitere Steigerung ist aus physikalischen Gründen nicht mehr möglich. Die gängigen Mikroskope besitzen verschiedene umschaltbare Objektive, die wahlweise meistens eine 40-fache, eine 100-fache, eine 400-fache und eine mit Öl zu nutzende 1000-fache Vergrößerung zulassen.

Eine im 20. Jahrhundert entwickelte weitere Mikroskop-Art ist das Elektronenmikroskop. Das basiert nicht auf sichtbarem Licht, sondern auf Elektronen, die auf das Objekt treffen. Damit ist eine Vergrößerung um das 1000000-fache erreichen.

Elektronenmikroskop. (Tadeáš Bednarz creator QS:P170,Q99692082, Scanning electron microscope – UFCH JH (2020) 01, CC BY-SA 4.0)

Aufbau eines Mikroskops

Zur richtigen Bedienung eines Mikroskops sollte der Aufbau eines Mikroskops und die Namen der Bauteile bekannt sein. Teste dein Wissen gleich hier!

Übung 01: Ordne die Namen der Bauteile den richtigen Strukturen des Mikroskops zu.

Quelle H5P-Inhalt: eigene Erstellung

Der richtige Umgang mit einem Mikroskop

Nicht nur die richtige Benennung der Bauteile eines Mikroskops ist wichtig, auch gehören einige Umgangsregeln sowie die richtige Bedienung unbedingt zu einem sicheren Umgang dazu.

Die wichtigsten Umgangsregeln sind:

  • Gehe immer rücksichtsvoll mit den Geräten um, damit sie auch für andere noch richtig funktionieren.
  • Trage Mikroskope immer mit zwei Händen, eine Hand am Stativ und die andere unter dem Fuß.
  • Fasse nicht in die Optik des Mikroskops.
  • Präparate werden nicht auf dem Mikroskoptisch angefertigt, sondern immer daneben auf dem Tisch.
  • Objekt und Objektiv dürfen sich nicht berühren. Schaue dazu zur Sicherheit regelmäßig von der Seite, wie viel Platz noch zwischen Objektiv und Objekt ist.
  • Vor dem Aufräumen wird das kleinste Objektiv eingestellt und der Objekttisch ganz nach unten gedreht.
  • Defekte werden immer umgehend gemeldet.

Bedienung eines Mikroskops

Nachdem das Objekt auf dem Objekttisch eingespannt ist, kann es mithilfe des Grob- und Feintriebs scharfgestellt werden. Dazu schaut man durch das Okular und dreht den Objekttisch langsam nach oben, bis das Bild scharf ist. Dabei kontrolliert man regelmäßig durch seitliche Kontrolle, ob noch ausreichend Platz zwischen Objektiv und Objekt ist. Brillenträger setzen ihre Brille ab. Mithilfe der zusätzlichen Stellschrauben am Objekttisch kann die Position des Präparats verschoben werden. Um eine andere Vergrößerung einzustellen, wird vorsichtig am Objektivrevolver gedreht. Dabei wird wieder seitlich kontrolliert, damit sich Objektiv und Objekt nicht berühren.

Übung 02: Beantworte alle Fragen zur sicheren Bedienung des Mikroskops richtig mithilfe des Informationstextes oben.

Quelle H5P-Inhalt: eigene Erstellung

Funktionsweise eines Mikroskops

Das klassische Mikroskop ist ein Durchlichtmikroskop. Die Präparate werden dabei zunächst von Licht durchstrahlt, welches anschließend mehrere Linsen passiert und dabei gebrochen wird und schließlich auf das Auge des Betrachters trifft. Durch die Kombination verschiedener Linsen wird eine noch bessere Vergrößerung erreicht. Die Präparate müssen sehr dünn geschnitten sein, damit ausreichend Licht hindurchscheinen kann. Durch die Bewegung des Objekttisches nach oben oder unten kann die Ebene, die scharf dargestellt wird, verschoben werden. Dadurch können verschiedene Ebenen des Präparats betrachtet werden.

Strahlengang eines Mikroskops. (Quelle: eigene Darstellung)

Literatur

[1] Titelbild: Wellcome Library, London, Microscope, English, 1830-1850, given to Lord Lister by his Wellcome L0057966, CC BY 4.0

[2] Geschichte des Mikroskops: SchuBu – Das interaktive Schulbuch, Schubu Systems GmbH, https://de.schubu.org/p1040/geschichte-mikroskopie (Abgerufen am 20.04.2026)

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